Evaluation des Modellvorhabens ‚Lernfamilie als Praxismodell von Jugendhilfe und Schule an einem SBBZ mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung‘

Geschrieben von AP am in Modell Lernfamilie zur Umsetzung inklusiver Bildungsangebote

Mit der Änderung des Schulgesetzes in Baden-Württemberg wurde 2015 der Grundstein gelegt für die Umsetzung inklusiver Bildungsangebote. Eine weitere, grundlegende Entwicklung stellt der Ausbau der Schulen im Land zu Ganztagesschulen dar. Schülerinnen und Schüler mit einem festgestellten Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot, die im Rahmen inklusiver Settings beschult werden, erhalten sonderpädagogische Unterstützung im Bereich des Unterrichts. Im Ganztagesbetrieb fehlen jedoch häufig die notwendigen Rahmenbedingungen und Unterstützungssysteme, so dass oftmals erhebliche Barrieren zur Teilhabe für diese Schüler_innen vorliegen, und sie aus den Ganztagesstrukturen herausfallen. Die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung werden dagegen weitgehend als Halbtagsschulen geführt. Hier existieren zwar tragfähige Rahmenbedingungen, aber es fehlt an Ganztagesschulkonzepten. Häufig besuchen die Kinder und Jugendlichen außerschulische Unterstützungsangebote am Nachmittag.

Mit der Idee der Lernfamilien greift die Sophienpflege in Tübingen diese Fragestellung auf, in dem in Kooperation zwischen Schule (SBBZ esEnt) und schulnaher Jugendhilfe ein verzahntes Ganztagesschulkonzept entsteht.

Das Konzept der Lernfamilie soll im Rahmen sonderpädagogischer Bildungszentren als gemeinsam gestaltetes Ganztagesangebot von Jugendhilfe und Schule an unterschiedlichen Standorten umgesetzt werden (Hägnach und Öschingen). Hierbei ergeben sich Fragestellungen, wie in neu gebildeten Teams, in welchen unterschiedliche fachliche Ausrichtungen zusammen kommen, gemeinsame Haltungen entwickelt, wie am sinnvollsten unterschiedliche Aufgaben strukturiert werden, welche Rahmenbedingungen notwendig sind oder auch inwiefern Eltern und Familien in die tägliche Arbeit mit einbezogen werden können. Zudem soll ermittelt werden, mit welchen geeigneten Mitteln der Wegfall des Hilfeplanverfahrens wirksam kompensiert werden kann. Fragen zur Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit des Konzepts sollen ebenfalls beantwortet werden.

Die wissenschaftliche Begleitung beinhaltet regelmäßige teilnehmende Beobachtungen der Arbeitssitzungen der Lernfamilien, wie auch Expert_inneninterviews mit den Mitarbeitenden und der Leitung, um den Prozessverlauf rekonstruieren und unterstützende Faktoren und Interventionen identifizieren zu können.

Laufzeit der Evaluation: 2017- 2020

Das Modellvorhaben wird mit Mitteln des KVJS unterstützt.

Weitere Informationen zum Modellvorhaben ‚Lernfamilie‘: Sophienpflege
Evangelische Einrichtungen für Jugendhilfe Tübingen e.V., Hägnach 3, 72074 Tübingen, Ansprechpartner: Markus Conrad, Telefon: 07071 / 883-102, E-Mail: markus.conrad@sophienpflege.de

Ansprechpartnerin bei IRIS: Isabelle Riedlinger

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