Geschlecht ist eine grundlegende Kategorie, die nicht nur individuelle Lebensläufe und Biographien, sondern auch gesamtgesellschaftliche Verhältnisse strukturiert. So sind Jungen und Mädchen, Frauen und Männern mit unterschiedlichen Rollenerwartungen konfrontiert, machen unterschiedliche Erfahrungen und entwickeln unterschiedliche Lebensentwürfe und Handlungsstrategien. Aber diese Unterschiede sind auch verknüpft mit ungleichen Chancen. So sind Frauen auf dem Arbeitsmarkt immer noch benachteiligt und erhalten immer noch keine angemessene Unterstützung für die Übernahme der Hauptverantwortung in der Familie. Zunehmend zeigt sich jedoch eine Benachteiligung von Jungen in Bezug auf Bildung, deren Folgen noch nicht absehbar sind. Auf der Forschungsebene interessiert uns, wie die Individuen in der Interaktion mit gesellschaftlichen Strukturen Geschlechterrollen reproduzieren oder verändern; und wie dies im Vergleich international unterschiedlicher Strukturen variiert. Auf der Praxisebene engagieren wir uns im Kontext von Gender Mainstreaming in der Entwicklung bildungs-, familien- und arbeitsmarktpolitischer Ansätze, die Jungen und Mädchen, Frauen und Männern Spielräume für eine selbstbestimmte Entwicklung von Lebensentwürfen und Geschlechteridentität schaffen. Geschlechterfragen, die Frage nach der Gerechtigkeit und Gleichheit der Chancen, sind fundamental für die Arbeit von IRIS. |
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Geschlecht/Gender
