Migration wird entweder als Ursache kultureller Vielfalt begrüßt oder - häufiger - kritisch als Ursache von Überfremdung und Desintegration betrachtet. Beide Sichtweisen konzentrieren sich auf die kulturelle Ebene und vernachlässigen die sozialen Lebenslagen, mit deren Bewältigung Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund konfrontiert sind, ob sie als GastarbeiterInnen, SpätaussiedlerInnen oder Flüchtlinge eingewandert oder als deren Kinder hier geboren sind. Auf der Forschungsebene untersuchen wir Integrationsprozesse und Bewältigungsstrategien von Menschen mit Migrationshintergrund und die Rolle des Verhältnisses von Selbst- und Fremdzuschreibungen als Fremde dabei. Wir fragen nach den informellen Kompetenzen Jugendlicher mit Migrationshintergrund - jenseits ihrer oft als defizitär eingestuften formalen Bildungskarrieren. Auf der Praxisebene sind wir an der Entwicklung von Ansätzen interkultureller Pädagogik bzw. der interkulturellen Öffnung von Institutionen beteiligt. Integration schließt dabei erstens die Anerkennung kultureller Differenz ein, begreift interkulturelles Lernen zweitens als Herausforderung für Zugewanderte und Einheimische und erfordert drittens auch Aufmerksamkeit für Aspekte sozialer Ungleichheit sowie von Rassismus und Diskriminierung, mit denen Migration in der Regel verknüpft ist und die Integration - unabhängig von kultureller Differenz - erschweren.
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Migration und Integration
