Das europäische Forschungsprojekt FATE

Geschrieben von AP am in Familien und Übergänge in Europa

Dieses vergleichende europäische Forschungsprojekt untersuchte die Rolle der Familie in den Übergängen junger Frauen und Männer in den Arbeitsmarkt in acht europäischen Ländern.
Das Projekt wurde innerhalb des europäischen Forschungsnetzwerks EGRIS entwickelt und durchgeführt. Die Projektkoordination hatte Andy Biggart von der University of Ulster.

Das Anliegen des Projektes war es zu untersuchen, welche Bedeutung die Familie für junge Frauen und Männer hat, vor allem im Hinblick auf deren Übergang von der Schule in die Arbeitswelt: wo gibt es unterstützende, wo gibt es hemmende Faktoren? Das Projekt war als Vergleichsuntersuchung angelegt, die unterschiedliche Modelle staatlicher Unterstützung für Jugendliche bzw. junge Erwachsene und ihre Familien in Europa erfasst. An der Untersuchung waren neun europäische Länder bzw. Regionen beteiligt (Bulgarien, Dänemark, Deutschland Ost und West, Großbritannien, Italien, Niederlande, Portugal, Spanien). Untersucht wurde, wie Familien mit veränderten Abhängigkeiten in der Jugend- und Übergangsphase umgehen, welche Strategien sie diesbezüglich entwickeln und inwiefern familiäre Ressourcen Entscheidungsprozesse junger Frauen und Männer im Übergang beeinflussen. Um diese Fragen zu beantworten, wurden in der Untersuchung strukturelle, institutionelle, kulturelle und subjektive Aspekte berücksichtigt.

In der ersten Projektphase wurde eine Sekundäranalyse zu strukturellen und institutionellen Faktoren des Übergangs in die Arbeit und der Abhängigkeit von der Familie erstellt. Die zweite Projektphase bestand aus einer Fragebogenuntersuchung, mit der Jugendliche am Ende ihrer jeweiligen Bildungswege befragt werden. Erhoben wurden Daten zu ihrer Lebenslage sowie zu ihren Einstellungen im Hinblick auf Bildung, Arbeit, Abhängigkeit und Familie. Die dritte und wichtigste Phase der Untersuchung bestand aus qualitativen Interviews mit den jungen Frauen und Männern. Im Mittelpunkt standen hier familiäre Unterstützungsstrategien und ihre Auswirkungen auf die Entscheidungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in dieser zentralen biografischen Phase. Anschließend wurden Interviews mit einem oder beiden Elternteilen der befragten jungen Leute geführt. Die Analyse der Interviews in den beteiligten Ländern folgte einem gemeinsamen Schema, so dass ein länderübergreifender Vergleich möglich war.

Die Studie lieferte Ergebnisse und Materialien über zwei für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zentralen Themenbereiche, die bislang jedoch nicht im Zusammenhang untersucht worden waren: Familie und Übergänge junger Frauen und Männer in die Arbeit. Die Studie lieferte sowohl länderspezifische als auch vergleichende Berichte zu nationalen Strukturen, zu sozialstrukturellen Mustern von Abhängigkeit und Unterstützung und vor allem zu deren subjektiver Wahrnehmung und Bewertung. Die Ergebnisse wurden in den jeweiligen Ländern publiziert und damit unterschiedlichen Zielgruppen aus Politik, Forschung und Praxis zugänglich gemacht. Außerdem wurden die Ergebnisse auf einem europäischen Seminar, welches vom europäischen Beschäftigungsobservatorium organisiert wurde, vorgestellt und diskutiert.

AnsprechpartnerInnen bei IRIS: Jutta Goltz, Barbara Stauber und Andreas Walther

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